FoxESS P3 Wechselrichter: Daten, MPPT und der Unterschied zum H3
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Die kurze Antwort vorweg: Der FoxESS P3 ist die dreiphasige Hybrid-Wechselrichter-Serie von FoxESS mit 5 bis 15 kW Leistung, drei MPPT-Trackern und Hochvoltbatterie-Anschluss bis 800 V. Gegenüber dem älteren H3 bringt er drei Änderungen, die im Alltag Geld wert sind: einen dritten MPPT für verschattete oder geteilte Dächer, einen niedrigeren Startbereich von rund 120 V und einen weiteren Batterie-Spannungsbereich. Notstrom kann er auch — der EPS-Ausgang schaltet in unter 20 Millisekunden um.
Was der FoxESS P3 ist
Der P3 ist die jüngere dreiphasige Hybrid-Serie von FoxESS. „Hybrid" heißt: Ein Gerät übernimmt die Solar-Umwandlung, die Batterie-Anbindung und — über den EPS-Ausgang — den Notstrom. Die Serie ist als P3-SH benannt und in sechs Stufen erhältlich: 5, 6, 8, 10, 12 und 15 kW. Alle Modelle sind dreiphasig, damit sie für ein normales Einfamilienhaus mit dreiphasigem Anschluss passen, nicht nur für einphasige Kleinanlagen.
Das Gerät bringt einen integrierten Datenlogger mit WLAN und LAN mit, meldet sich also ohne Zusatzmodul in der FoxCloud an. Gehäuse-Schutzart ist IP65 — der Wechselrichter ist damit für Innen- und Außenmontage ausgelegt. Die Hersteller-Garantie liegt bei zehn Jahren.
Die drei Unterschiede zum H3
Der H3 ist die etablierte Serie, der P3 die Nachfolgegeneration. Drei Punkte trennen die beiden — und sie erklären, warum der P3 bei schwierigeren Dächern meist die bessere Wahl ist.
Erstens, der dritte MPPT. Der H3 kommt in den meisten Ausführungen mit zwei MPPT-Trackern, der P3 hat drei. Das ist kein Datenblatt-Detail. Jeder Tracker bindet eine eigene Dachfläche mit eigener Ausrichtung oder Verschattung getrennt an. Wer Süd, West und einen Carport gleichzeitig belegen will, braucht genau diese drei Eingänge — oder er muss Module in Reihe hängen, die sich gegenseitig auf das schwächste Glied herunterziehen.
Zweitens, der Startbereich. Der MPPT-Spannungsbereich des P3 beginnt bei etwa 120 V, beim H3 erst bei rund 180 V. Der Unterschied zeigt sich nicht mittags, sondern morgens und bei diffusem Licht: Der P3 fängt früher an zu arbeiten, weil schon eine kürzere String-Spannung reicht. Über ein Jahr summiert sich das zu etwas mehr Ertrag — der Bereich oberhalb reicht in beiden Serien bis 950 V.
Drittens, die Batterie. Beide Serien laufen mit Hochvoltbatterien, aber der P3 spannt den Bereich weiter: 100 bis 800 V statt eines engeren Fensters beim H3. Das macht die Speicher-Auslegung flexibler und erlaubt höhere Ladeleistungen, ohne dass man die Batterie an die Grenze des Wechselrichters zwängen muss.
Die Zahlen im Überblick
Für die Auslegung sind das die Werte, die zählen — am 12-kW-Modell P3-12.0-SH abgelesen:
- AC-Leistung: 5 bis 15 kW, dreiphasig
- MPPT: 3 Tracker, Spannungsbereich 120–950 V
- Max. PV-Eingangsleistung: bis 24 kWp beim 12-kW-Modell — also das Doppelte der AC-Leistung auf der DC-Seite
- Batterie: Hochvolt, 100–800 V
- Wirkungsgrad: maximal 97,9 %, europäisch 97,2 %
- EPS-Notstrom: Umschaltung in unter 20 ms
- Schutzart: IP65, Innen- und Außenmontage
- Garantie: 10 Jahre Hersteller-Garantie
Die 24 kWp DC auf 12 kW AC sind kein Zahlendreher. Eine DC-seitige Überdimensionierung von rund 200 Prozent ist bei modernen Hybriden Standard, weil die Module nur wenige Stunden im Jahr ihre Nennleistung liefern. Der Wechselrichter kappt dann kurz an seiner AC-Grenze — und liefert dafür an den restlichen 360 Tagen mehr Ertrag.
Notstrom: Was die 20 Millisekunden bedeuten
Der EPS-Ausgang ist das am häufigsten missverstandene Feature. Er ist kein Voll-Haus-Backup wie ein großer Ersatzstrom-Speicher, sondern ein separater Ausgang, der bei Netzausfall eine begrenzte Last weiterversorgt. Beim P3 schaltet die Umschaltung in unter 20 Millisekunden — schnell genug, dass Kühlschrank und Router den Wechsel nicht bemerken.
Was der EPS-Ausgang wirklich leisten kann, hängt an zwei Dingen: an der Batterie und an dem, was am Notstrom-Ausgang hängt. Ein dreiphasiger P3 kann grundsätzlich auch dreiphasige Verbraucher im Backup weiterführen — vorausgesetzt, die Batterie und die abgesicherte Last passen zur Notstrom-Leistung. Den Unterschied zwischen echtem Ersatzstrom und der Notstrom-Steckdose erklärt der Ratgeber zu Notstrom oder Ersatzstrom.
Für wen der P3 die richtige Wahl ist
Der P3 ist keine Allround-Empfehlung für jedes Dach — er ist die Antwort auf zwei konkrete Situationen.
Die erste: mehrere Flächen. Wer Süd, Ost und West oder eine Garage gleichzeitig belegt, hat mit drei MPPT endlich einen Eingang pro Fläche. Das spart Leistungsoptimierer, die man sonst für die Verschattungs-Kompensation einplant — mehr dazu im Ratgeber zu Verschattung und Leistungsoptimierern.
Die zweite: eine wachsende Anlage. Wer heute 10 kWp baut und in zwei Jahren aufstocken oder einen größeren Speicher anhängen will, hat mit dem weiten Batterie-Fenster und der hohen DC-Aufnahme Luft nach oben. Die Grundfrage, wie viel Speicher zur Anlage passt, klärt der Ratgeber zur Speichergröße.
Die Zahl, auf die keiner schaut
Und damit zum unbequemen Teil: Beim Wechselrichter-Kauf diskutieren alle über den maximalen Wirkungsgrad — und übersehen den MPPT-Startbereich. 97,9 statt 97,4 Prozent klingen nach einem Kaufargument, machen auf der Jahresrechnung aber kaum etwas aus. Der Unterschied zwischen einem Start bei 120 V und einem bei 180 V schon eher: Der Wechselrichter, der morgens früher anläuft, holt über das Jahr mehr Ertrag als der mit der hübscheren Spitzenzahl.
Genau deshalb ist „der beste Wechselrichter" keine Markenfrage, sondern eine Auslegungsfrage. Turn Solar ist Premier Partner von FoxESS und hat über 2.000 PV-Projekte in NRW realisiert. Die Erfahrung daraus ist simpel: Wer den P3 für ein Flächen-Dach wählt und den H3 für ein einfaches Süddach, hat zweimal die richtige Entscheidung getroffen — und einmal deutlich weniger bezahlt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen FoxESS H3 und P3?
Der P3 ist die neuere dreiphasige Hybrid-Serie. Gegenüber dem H3 (5–12 kW) hat er einen dritten MPPT-Tracker, einen niedrigeren Startbereich von rund 120 V statt 180 V, einen weiteren Batterie-Spannungsbereich bis 800 V und reicht bis 15 kW Leistung. Beide arbeiten mit Hochvoltbatterien und bieten EPS-Notstrom.
Wie viele MPPT hat der FoxESS P3?
Drei unabhängige MPPT-Tracker, über die sich drei unterschiedliche Dachflächen oder Ausrichtungen getrennt anbinden lassen. Das ist der größte Unterschied zum H3, der meist mit zwei Trackern auskommt.
Welche Batterie passt zum FoxESS P3?
Hochvoltbatterien von FoxESS mit einem Spannungsbereich von 100 bis 800 V. Der weite Bereich macht die Auslegung flexibler und erlaubt höhere Ladeleistungen als beim H3. Niedervolt-Speicher sind nicht vorgesehen.
Hat der FoxESS P3 Notstrom (EPS)?
Ja. Der P3 hat einen EPS-Ausgang und schaltet bei Netzausfall in unter 20 Millisekunden auf Ersatzstrom um. Er kann damit auch dreiphasige Lasten im Haus weiterversorgen, sofern die Batterie und die angeschlossene Last zusammenpassen.
Für welche Anlagengröße ist der FoxESS P3 geeignet?
Für dreiphasige Systeme von 5 bis 15 kW AC-Leistung — vom Einfamilienhaus bis zur größeren Anlage mit Wärmepumpe und Wallbox. Das 12-kW-Modell nimmt bis 24 kWp PV auf, also das Doppelte der AC-Leistung an DC-Seite.
Welchen Wirkungsgrad hat der FoxESS P3?
Der maximale Wirkungsgrad liegt bei 97,9 Prozent, der europäische Wirkungsgrad bei 97,2 Prozent. Entscheidender als die Spitzenzahl ist im Alltag der niedrige MPPT-Startbereich, weil er morgens und bei diffusem Licht früher Leistung bringt.
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