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FoxESS EPS Notstrom: Was die Ersatzstrom-Funktion des H3 wirklich kann

Turn Solar Team16. September 20265 Min. Lesezeit

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Die kurze Antwort vorweg: Der FoxESS H3 hat den Notstrom bereits eingebaut. EPS — Emergency Power Supply — ist ein fester Ausgang am Wechselrichter, kein teures Zusatzgerät. Er versorgt bei Netzausfall einen separat verdrahteten Notstromkreis weiter, schaltet in unter 20 Millisekunden um und braucht dafür nur eine gefüllte Batterie. Die EPS Box, die man bei FoxESS zusätzlich kaufen kann, ist ein anderes Thema: Sie schaltet die gesamte Hausverteilung um — und die brauchen die meisten Einfamilienhäuser gar nicht.

Was „EPS" beim FoxESS H3 genau ist

EPS ist der dreiphasige Notstromausgang direkt am Gerät. Technisch: 3L/N/PE, 400/230 Volt, Nennleistung gleich der Geräteleistung — beim H3-8.0 also 8 Kilowatt, rund 11,6 Ampere pro Phase. Solange das Netz da ist, laufen die angeschlossenen Notstromverbraucher ganz normal über den internen Bypass mit. Fällt das Netz weg, übernimmt der Ausgang automatisch aus der Batterie.

Der entscheidende Vorteil gegenüber einer externen Umschalteinrichtung ist die Geschwindigkeit. Unter 20 Millisekunden Umschaltzeit merken auch empfindliche Geräte wie Router oder Kühlschrank nichts vom Ausfall. Wer den grundsätzlichen Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom verstehen will, findet ihn im Notstrom-oder-Ersatzstrom-Vergleich.

Die Grenze, über die niemand spricht: Einphasen-Last

Hier liegt die häufigste Fehlannahme. Der EPS-Ausgang ist zwar dreiphasig, aber pro Phase darf nur 1/3 der Nennleistung anliegen — beim H3-8.0 rund 2,6 Kilowatt. Wer alle Notstromverbraucher auf eine Phase klemmt und die Grenze reißt, bekommt keinen „bisschen weniger Strom", sondern eine Fehlermeldung und einen getrennten Ausgang.

Das Handbuch behandelt das unter dem Stichwort „unbalancierte Last". Es nennt als Referenzlast ausdrücklich einen Kühlschrank mit 150 Watt Nennleistung und 450 bis 750 VA Anlaufstrom — also genau die Geräte, die man bei einem Blackout tatsächlich retten will. Nicht vorgesehen sind unipolare Lasten, Halbwellen-Lasten und Motoren mit mehr als dem Fünffachen Anlaufstrom.

Native EPS-Anschluss vs. EPS Box

Das ist die Kaufentscheidung, und sie ist einfacher, als die Produktseiten suggerieren.

  • Nativer EPS-Ausgang: ein Notstromkreis, Umschaltung unter 20 ms, keine Zusatzhardware. Das ist der Standardfall für ein Einfamilienhaus mit Speicher.
  • EPS Box: Umschalteinrichtung für die ganze Hausverteilung, bis 63 Ampere pro Phase, Umschaltzeit unter 3 Sekunden, IP65. Nötig nur bei Ganzhaus-Absicherung, bei Lasten über der Ausgangsleistung des Ports oder bei mehreren Wechselrichtern.

Wer „nur" Kühlschrank, Gefrierschrank, Router und etwas Licht absichern will, kauft gar nichts dazu. Wer das ganze Haus weiterbetreiben will, kauft die Box — und sollte vorher rechnen, ob er den Mehrpreis je braucht.

So sieht der Anschluss in Deutschland aus

Die Verdrahtung ist im Handbuch eigens für Deutschland geregelt — und sie kommt ohne EPS Box aus. Der Notstromkreis wird physisch aus der Hauptverteilung auf den EPS-Anschluss umgelegt: eine Phase plus N und PE, eigener Leitungsschutzschalter, eigener RCD. N wird in der Verteilung sauber von PE getrennt. Dann die EPS-Funktion in den Einstellungen aktivieren — fertig.

Die eigentliche Arbeit ist nicht der Wechselrichter, sondern die Kabelstrecke zwischen Gerät und Unterverteilung. Genau deshalb gehört der Anschluss in die Hand eines Elektrofachbetriebs: Ein falsch getrennter N-Leiter oder ein fehlender RCD am Notstromkreis ist bei Netzausfall ein echtes Sicherheitsrisiko. Die Aktivierung der Funktion selbst findet sich unter den H3-Einstellungen.

Was im Ernstfall wirklich versorgt wird

Ein Notstromkreis ist keine Inselanlage. Am EPS-Ausgang hängen die Verbraucher, die einen Tag ohne Netz überbrücken: Kühlschrank und Gefrierschrank, Router und Licht, vielleicht ein Laptop. Nicht dran gehören Wärmepumpe, Herd, Backofen oder Durchlauferhitzer — deren Anlaufströme und Leistungen sprengen den Ausgang.

Und damit zum unbequemen Teil: „Ganzhaus-Notstrom" ist für die meisten Haushalte überverkauft. Ein Blackout dauert in Deutschland im Schnitt Minuten bis wenige Stunden. In dieser Zeit zählt nicht, ob die Waschmaschine läuft, sondern ob der Gefrierschrank nicht auftaut und der Router wieder hochkommt. Ein einzelner Notstromkreis deckt genau das — für einen Bruchteil dessen, was eine Ganzhaus-Umschaltung kostet. Wer das anders sieht, sollte sich fragen, wann er zuletzt länger als drei Stunden ohne Strom war.

Dasselbe gilt für die Leistung: Wer wirklich das ganze Haus absichern will, braucht nicht nur die EPS Box, sondern auch eine entsprechend dimensionierte Batterie. Ohne Speicher ist der Notstromausgang wertlos — der Wechselrichter kann nur aus dem Akku weiterversorgen. Turn Solar ist Premier Partner von FoxESS und hat über 2.000 PV-Projekte in NRW realisiert. Die Erfahrung daraus ist simpel: Ein sauber verdrahteter Notstromkreis mit passendem Speicher ist in der Praxis mehr wert als eine große Umschaltbox ohne Batterie dahinter.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet EPS beim FoxESS Wechselrichter?

EPS steht für Emergency Power Supply — der eingebaute Notstromausgang. Er versorgt bei Netzausfall einen separat verdrahteten Notstromkreis aus der Batterie weiter und schaltet in unter 20 Millisekunden um.

Wie schnell schaltet der FoxESS H3 auf Notstrom um?

Der native EPS-Ausgang in unter 20 Millisekunden. Die externe EPS Box für die Ganzhaus-Umschaltung ist langsamer — dort nennt der Hersteller unter 3 Sekunden.

Kann ich am EPS-Anschluss das ganze Haus absichern?

Nein, der native Ausgang versorgt nur einen einzelnen Notstromkreis. Für die komplette Hausverteilung braucht es die EPS Box mit bis zu 63 Ampere pro Phase.

Wie viel Leistung liefert der EPS-Ausgang einphasig?

Maximal 1/3 der Nennleistung pro Phase — beim H3-8.0 rund 2,6 Kilowatt. Darüber meldet der Wechselrichter einen Fehler und trennt den Ausgang.

Brauche ich für Notstrom zwingend die FoxESS EPS Box?

Nein. Für einen Notstromkreis mit Kühlschrank, Router und Licht reicht der eingebaute Anschluss. Die Box ist nur für die Ganzhaus-Umschaltung oder Mehr-Wechselrichter-Systeme nötig.

Was darf ich am EPS-Ausgang betreiben?

Das Handbuch nennt einen Kühlschrank mit 150 Watt Nennleistung und 450 bis 750 VA Anlaufstrom als Referenz. Ungeeignet sind unipolare Lasten, Halbwellen-Lasten und Motoren mit mehr als dem Fünffachen Anlaufstrom.

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