Stadtwerke Bochum Netz: PV-Anlage anmelden
Ihr persönliches Festpreis-Angebot
Ein paar kurze Fragen zu Ihrem Dach — danach rechnen wir Ertrag, Eigenverbrauch und Festpreis für Ihre Anlage.
Schritt 1 von 8 · Kostenlos und unverbindlich
Für welches Gebäude planen Sie die Anlage?
Bestimmt Statik, Montageart und die passende Anlagengröße
Eine PV-Anlage in Bochum melden Sie bei der Stadtwerke Bochum Netz GmbH an, online über das Formular „Antrag Erzeugungseinheiten“. Sie tragen Ihre Daten ein und laden die ausgefüllten Formulare hoch. Danach fordert der Netzbetreiber per E-Mail weitere Dokumente an, passend zum Aufbau Ihrer Anlage, und prüft erst, wenn alles vollständig ist. Nach der Montage folgt der Inbetriebsetzungsantrag über das Inbetriebsetzungsportal. Für Anlagen bis 30 kW muss der Netzbetreiber nach § 8 Abs. 7 EEG spätestens einen Monat nach Eingang der Anfrage das Ergebnis seiner Netzprüfung schicken.
Dieser Artikel beschreibt nur, was in Bochum gilt. Den bundesweiten Ablauf finden Sie im Ratgeber PV-Anlage anmelden, die Fristen im Detail unter Netzanschluss-Dauer.
Netzbetreiber oder Stadtwerke: wer in Bochum zuständig ist
In Bochum gibt es zwei Unternehmen mit fast gleichem Namen. Die Stadtwerke Bochum GmbH ist Grundversorger und liefert Strom. Die Stadtwerke Bochum Netz GmbH betreibt das Stromnetz und ist laut VNBdigital der Verteilnetzbetreiber in der Niederspannung. Die Anmeldung Ihrer PV-Anlage geht an die Netzgesellschaft, auch wenn Ihr Strom von einem ganz anderen Lieferanten kommt.
Die Netzgesellschaft tritt online unter stwbo-netz.de auf.
Ertrag und lokale Zahlen für Ihr Dach finden Sie auf unserer Seite Photovoltaik in Bochum.
Der Weg ans Netz in Bochum
Aus der Seite „Einspeiser werden“ und dem Zeitplan des Netzbetreibers ergibt sich dieser Ablauf:
- Online-Antrag stellen. Im Formular „Antrag Erzeugungseinheiten“ Daten eintragen und die ausgefüllten Formulare hochladen.
- Nachforderung per E-Mail. Der Netzbetreiber sichtet die Unterlagen und bittet per E-Mail um weitere Dokumente, individuell nach Aufbau der Anlage.
- Prüfung. Erst wenn alle Antragsunterlagen vollständig vorliegen, prüft der Netzbetreiber und meldet sich wieder.
- Inbetriebsetzung. Der Inbetriebsetzungsantrag läuft über das Inbetriebsetzungsportal.
Schritt 4 liegt praktisch beim Elektroinstallateur. Über das Installateurportal des Netzbetreibers stellen Installateure nach Erstregistrierung und Freischaltung Inbetriebsetzungsaufträge und buchen Zählereinbautermine. Aus der Praxis: Klären Sie vor der Montage, dass Ihr Installateur dort freigeschaltet ist, sonst verzögert sich die Inbetriebsetzung.
Wird die Anlage über einen bestehenden Netzverknüpfungspunkt angeschlossen, entstehen laut Netzbetreiber keine weiteren Kosten. Reicht der vorhandene Netzanschluss nach der Netzverträglichkeitsprüfung nicht aus, fragen Sie die Erweiterung separat über das Netzanschlussportal an.
Welche Unterlagen Sie bis 30 kW brauchen
Für Anlagen bis 30 kW nennt Stadtwerke Bochum Netz eine kurze Liste:
- Messkonzept, als Datenblatt auf der Website des Netzbetreibers.
- Technisches Übersichtsschaltbild mit allen Schalt- und Schutzorganen nach VDE-AR-N 4105, aber nur bei Anlagen mit Speicher oder mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG.
- Rundsteuerempfänger im Schaltbild ab 25 kWp beziehungsweise 25 kW, mit den Abregelungsstufen 100, 60, 30 und 0 %. Den Empfänger stellt der Netzbetreiber, die Umsetzung der Signale erfolgt in Ihrer Anlage.
Wird ein intelligentes Messsystem eingebaut, braucht die Anlage außerdem Technik, über die der Netzbetreiber per Smart-Meter-Gateway die Einspeisung abrufen und stufenweise steuern kann.
Unser Hinweis aus der Praxis: Die Liste ist kurz, aber der Antrag ist erst vollständig, wenn auch die per E-Mail nachgeforderten Dokumente eingegangen sind. Wer diese Mail übersieht, wartet auf eine Prüfung, die noch gar nicht begonnen hat.
Messkonzept 2 und der Speicher
Für eine Anlage, die zuerst das Haus versorgt und nur den Überschuss einspeist, beschreibt das Datenblatt das Messkonzept 2, Überschusseinspeisung. Ein Zähler misst Bezug und Einspeisung. Stadtwerke Bochum Netz setzt bei Neuanlagen nur noch moderne Messeinrichtungen ein, vorzugsweise als Zweirichtungszähler.
Beim Speicher steht im Datenblatt eine Bedingung, die leicht untergeht. Soll der Speicher auch aus dem Netz geladen werden, muss mit Energieflussrichtungssensoren sichergestellt sein, dass kein Strom aus dem Speicher zurück ins Netz fließt. Sonst riskieren Sie laut Netzbetreiber den Anspruch auf Einspeisevergütung.
Dazu kommt der FNN-Hinweis „Anschluss und Betrieb von Speichern am Niederspannungsnetz“. Die Konformität dokumentiert der Anlagenerrichter im Datenblatt „Speichersystem“. Ob sich ein Speicher für Sie rechnet, steht im Ratgeber Stromspeicher nachrüsten.
Bearbeitungszeiten: Richtwerte und Gesetz
Stadtwerke Bochum Netz veröffentlicht einen Zeitplan mit Richtwerten. Sie gelten ab Eingang aller notwendigen Unterlagen.
- Bestehender Netzanschluss, unter 30 kWp: 4 Wochen für Netzverträglichkeitsprüfung und Genehmigung, 2 Wochen für die Inbetriebnahme.
- Änderung oder neuer Netzanschluss: zusätzlich 16 Wochen für die Erstellung des Netzanschlusses.
Gesetzlich gilt für Anlagen bis insgesamt 30 kW auf einem Grundstück mit bestehendem Netzanschluss seit dem 1. Januar 2025 § 8 Abs. 7 EEG. Der Netzbetreiber muss spätestens einen Monat nach Eingang des Anschlussbegehrens das Ergebnis seiner Netzverträglichkeitsprüfung übermitteln. Teilt er in dieser Frist nicht mit, dass der bestehende Hausanschluss technisch noch nicht geeignet ist, darf die Anlage nach den maßgeblichen Anschlussregeln dort angeschlossen werden.
Zähler und Smart Meter in Bochum
Stadtwerke Bochum Netz übernimmt im Netzgebiet Austausch und Betrieb der Messstellen. Anlagenbetreiber mit einer installierten Leistung über 7 kW fallen in den Rollout für intelligente Messsysteme, alle anderen erhalten mindestens eine moderne Messeinrichtung. Bis Ende 2032 sollen rund 90 % aller Stromzähler im Netzgebiet umgestellt sein.
Beim turnusmäßigen Zählerwechsel müssen Sie laut FAQ nicht selbst aktiv werden. Sie bekommen einen Terminvorschlag, der Wechsel dauert in der Regel etwa 30 Minuten, der Strom ist dabei rund 15 Minuten weg. Speichern Sie also offene Arbeit am Rechner vorher. Was beim Zählertausch technisch passiert, erklärt der Ratgeber Zählerwechsel bei Photovoltaik.
Nach der Inbetriebnahme: MaStR-Bestätigung und Vergütung
Die Registrierung im Marktstammdatenregister muss nach § 5 MaStRV innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. In Bochum kommt ein Schritt dazu, den viele auslassen: Stadtwerke Bochum Netz bittet ausdrücklich darum, die schriftliche Registrierungsbestätigung der Bundesnetzagentur zuzusenden. Nur dann kann die Einspeisevergütung fließen.
Die Abrechnung läuft so:
- Anlagen bis 25 kWp bekommen statt eines Einspeisevergütungsvertrags ein Datenblatt, größere einen Vertrag mit 20 Jahren Laufzeit.
- Ohne eigenen Planwert für den Eigenverbrauch geht der Netzbetreiber anfangs von 50 % aus.
- Abschläge zahlt er ab dem Monat nach Eingang aller Unterlagen, rückwirkend zur Inbetriebnahme, jeweils bis zum 15. für den Vormonat.
- Die Jahresschlussrechnung kommt in der Regel zwischen Januar und März per Post.
Die Vergütung wird nicht mit der Stromrechnung verrechnet. Den aktuellen Satz finden Sie unter Einspeisevergütung 2026.
Ab Juli 2026 testet Stadtwerke Bochum Netz außerdem die Fernsteuerung von Erzeugungsanlagen. Die Einspeiseleistung wird dabei einmalig für etwa 30 bis 60 Minuten reduziert, automatisch und ohne Ihr Zutun. Eine Entschädigung für Einnahmeverluste ist gesetzlich nicht vorgesehen.
Balkonkraftwerke in Bochum
Steckersolargeräte bis insgesamt 2 kW und 800 VA dürfen nach § 8 Abs. 5a EEG vereinfacht angeschlossen werden. Den regulären Antrag beim Netzbetreiber brauchen Sie dafür nicht, die Registrierung im Marktstammdatenregister schon.
Stadtwerke Bochum Netz nennt dazu drei technische Punkte: Anschluss über eine spezielle Energiesteckdose statt einer gewöhnlichen Schuko-Steckdose, höchstens 800 VA je Anschlussnutzeranlage und ein Zweirichtungszähler. Muss der Zähler deshalb getauscht werden, meldet sich der Messstellenbetreiber von sich aus.
Was wir aus Bochumer Anmeldungen mitnehmen
Der Bochumer Prozess hat eine Besonderheit: Er läuft in zwei Runden. Erst der Online-Antrag, dann die Nachforderung per E-Mail. Die Uhr für die Richtwerte startet erst, wenn beides vollständig ist. Am Ende hängt die Vergütung an einer Bestätigung, die Sie selbst aus dem Marktstammdatenregister weiterleiten.
Wer diese zwei Stellen im Blick behält, hat bei einer Einfamilienhaus-Anlage unter 30 kW das Gesetz auf seiner Seite. Bei Turn Solar läuft die Netzanmeldung als Teil des Projekts mit, aus der Praxis von über 2.000 Anlagen in NRW. Ob es in Bochum aktuell eine kommunale Förderung gibt, steht im Ratgeber Photovoltaik-Förderung in Bochum.
Quellen
- Stadtwerke Bochum Netz: Einspeiser werden (Unterlagen, Speicher, Plug-In PV), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Antrag Erzeugungseinheiten (Online-Formular), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Zeitplan Netzanschlussbegehren nach § 8 EEG 2023 (PDF), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Datenblatt Messkonzepte (PDF, Stand 03/2025), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: FAQ Einspeiser werden, abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Infos für Einspeiser (MaStR, Fernsteuerungstest), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Vergütung und Abrechnung, abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: FAQ (Einspeisevergütungsvertrag, Zählerwechsel, Smart Meter), abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Zähler- und Messstellenbetrieb, abgerufen am 05. Oktober 2026
- Stadtwerke Bochum Netz: Service für Installateure (Inbetriebsetzungsportal), abgerufen am 05. Oktober 2026
- § 8 EEG 2023, Anschluss (Netzverträglichkeitsprüfung, Vereinfachung bis 30 kW, Steckersolargeräte), abgerufen am 05. Oktober 2026
- § 5 MaStRV, Registrierungsfrist ein Monat nach Inbetriebnahme, abgerufen am 05. Oktober 2026
- VNBdigital: Netzbetreiber in Bochum, abgerufen am 02. Oktober 2026
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