FoxESS HV2600 Batteriemodul: 2,56 kWh pro Modul, in Serie bis 20,48 kWh
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Die kurze Antwort vorweg: Das FoxESS HV2600 ist das Batteriemodul der Hochvolt-Serie von FoxESS mit 2,56 kWh Nennenergie und 51,2 V Nennspannung. In Serie hinter einer separaten BMS-Box gestapelt, entstehen daraus Systeme von 5,12 bis 20,48 kWh — die Baureihen HS5.2 bis HS20.8. Der Clou am Namen: „HV" beschreibt das Gesamtsystem, nicht das einzelne Modul. Das Modul selbst ist ein Niedervolt-Baustein.
Was der HV2600 ist
Der HV2600 ist ein prismatisches Lithium-Eisenphosphat-Modul (LiFePO4) — derselbe Zelltyp, den FoxESS im gesamten Speichersegment nutzt. Ein Modul bringt 2,56 kWh Nennenergie bei 51,2 V Nennspannung, der Arbeitsbereich liegt zwischen 40 und 58,4 V. Maximaler Lade- und Entladestrom sind 50 A, empfohlen werden 25 A, kurzzeitig sind 60 A für 30 Sekunden möglich.
Wichtig fürs Verständnis: Der HV2600 ist kein fertiger Speicher im Schrank, sondern ein Baustein. Er liefert Kapazität und Spannung, aber er braucht einen Kontroller, der den gesamten Strang überwacht. Diese Rolle übernimmt die BMS-Box. Ein System besteht deshalb immer aus einer BMS-Box plus zwei bis acht Modulen.
Die System-Reihe: HS5.2 bis HS20.8
FoxESS führt den HV2600 nicht als Einzelmodul, sondern als fertig gestaffelte Systemreihe. Laut Datenblatt Version 3.5 (Februar 2025) sieht die Staffelung so aus:
| System | Module | Nennenergie | Nennspannung |
|---|---|---|---|
| HS5.2 | 2 | 5,12 kWh | 102,4 V |
| HS7.8 | 3 | 7,68 kWh | 153,6 V |
| HS10.4 | 4 | 10,24 kWh | 204,8 V |
| HS13 | 5 | 12,80 kWh | 256,0 V |
| HS15.6 | 6 | 15,36 kWh | 307,2 V |
| HS18.2 | 7 | 17,92 kWh | 358,4 V |
| HS20.8 | 8 | 20,48 kWh | 409,6 V |
Das Muster ist denkbar einfach: Jedes Modul addiert 2,56 kWh und 51,2 V. Wer die Reihe einmal verstanden hat, kann jede Zwischengröße im Kopf ausrechnen — das ist bei der späteren Erweiterung nützlicher als jede Faustformel.
„HV" im Namen, 51,2 V im Modul
Hier liegt der Punkt, den viele Datenblatt-Leser übersehen. Die Bezeichnung „HV" steht für Hochvolt, aber das einzelne Modul ist ein 51,2-V-Baustein aus 16 in Serie geschalteten LFP-Zellen. Hochvolt wird das System erst, weil die Module hinter der BMS-Box in Serie gestapelt werden: zwei Module ergeben 102,4 V, acht Module 409,6 V Nennspannung.
Das ist eine andere Architektur als bei den neueren FoxESS-Modulen EP5 und EP6. Dort bringt jedes einzelne Modul bereits 192 V Nennspannung mit, und die Module werden parallel verschaltet. Beide Wege führen zum Hochvolt-Speicher — der HV2600 stapelt Spannung in Serie, die EP-Serie stapelt Kapazität parallel. Für die Auslegung ändert das konkret etwas: Beim HV2600 hängt die Systemspannung an der Modulzahl, bei der EP-Serie bleibt sie konstant.
BMS-Box und Master-Slave-Verdrahtung
Die BMS-Box ist der Master des Systems. Sie arbeitet mit einem Spannungsbereich von 60 bis 500 V Gleichstrom, kommuniziert über CAN und RS485 und zeigt den Status über sechs LEDs an. Sie wiegt 4,5 kg und hat mit 420 × 116 × 480 mm dasselbe Fußmaß wie die Module.
Jedes HV2600-Modul bringt zusätzlich ein eigenes Slave-BMS mit, das die Zellspannungen einzeln überwacht und vor Tiefentladung und Überladung schützt. Der Master in der BMS-Box koordiniert den Strang, die Slaves in den Modulen melden ihre Zellen zurück. Das ist die klassische Master-Slave-Verdrahtung, wie sie die Cluster-Frage „bms master slave" meint.
Zwei Grenzen steckt die Verdrahtung fest: Mindestens zwei Module plus eine BMS-Box, maximal acht Module plus eine BMS-Box. Darunter fährt das System nicht hoch, darüber ist die Spannung des Strangs am Ende.
HV2600 gegen EP5 und EP6: zwei Architekturen
Die Frage nach dem Unterschied zur EP-Serie taucht bei jeder Auslegung auf, weil beide als FoxESS-Hochvoltspeicher verkauft werden. Vier Punkte trennen sie:
Erstens, die Verschaltung. Der HV2600 wird in Serie gestapelt, EP5 und EP6 parallel. Das einzelne HV2600-Modul hat 51,2 V, das einzelne EP-Modul 192 V.
Zweitens, die Kapazität pro Modul. Der HV2600 bringt 2,56 kWh, die EP6 bringt 5,76 kWh. Für dieselbe Systemgröße braucht man also mehr HV2600-Module.
Drittens, der Aufstellort. Der HV2600 hat Schutzart IP21 und kühlt über natürliche Belüftung — er gehört in den Keller oder Hauswirtschaftsraum. Die EP6 hat IP65 und eine integrierte Heizfunktion und darf damit auch in die unbeheizte Garage oder nach draußen.
Viertens, das Gewicht. Ein HV2600-Modul wiegt 29,7 kg, ein EP6-Modul 51 kg. Beide sind für zwei Personen an der Wand oder bodenstehend gedacht.
Die ehrliche Einordnung: Der HV2600 ist die ältere, günstigere Hochvolt-Baureihe. Wer drinnen aufstellt und auf Erweiterbarkeit in 2,56-kWh-Schritten Wert legt, bekommt damit solide Technik. Wer draußen aufstellen will oder pro Modul mehr Kapazität braucht, landet bei der EP-Serie. Mehr zu den aktuellen Modulen steht im EP6-Vergleich.
Eine Konstellation, die sich im Bestand wiederholt
Dazu ein Szenario, das bei der Nachrüstung immer wieder auftaucht. Ein Haushalt im Düsseldorfer Umland hat eine Bestandsanlage mit FoxESS-Hybrid-Wechselrichter und einem HV2600-System der Größe HS10.4 — vier Module, 10,24 kWh. Nach einem Jahr kam ein Elektroauto dazu, der Verbrauch stieg, und der Speicher sollte wachsen.
Weil der HV2600 in Serie gestapelt wird, war das unkompliziert: zwei weitere Module desselben Typs in den Strang, fertig ist das HS15.6 mit 15,36 kWh. Der Punkt ist nicht, dass man immer sofort voll bestücken soll. Der Punkt ist, dass die Serienarchitektur diese Entscheidung offen hält — solange man beim selben Modultyp bleibt und die BMS-Box die zusätzlichen Module kennt. Wer falsch dimensioniert, zahlt bei einem nicht erweiterbaren Kompaktspeicher für Kapazität, die er nie abruft. Mehr zur richtigen Größe steht im Ratgeber zur Speichergröße.
Die Zahl im Datenblatt, die mehr verrät als die kWh
Und damit zum unbequemen Teil: Beim HV2600 verrät die Schutzart mehr über den richtigen Einsatzort als die Kilowattstunden-Zahl. IP21 heißt: geschützt gegen Tropfwasser und größere Fremdkörper, aber nicht gegen Strahlwasser, und die Kühlung läuft über natürliche Belüftung. Wer den Speicher an die Hauswand stellt, handelt sich damit genau die Feuchtigkeitsprobleme ein, die ein IP65-Gerät ausschließt.
Das ist keine Schwäche des Produkts, sondern eine klare Grenze. Der HV2600 gehört in den trockenen Keller, wo seine Serienarchitektur und die 6.000 Zyklen bei 90 Prozent Entladetiefe am besten zur Geltung kommen. Die Zyklenfestigkeit ist laut Datenblatt der eigentliche Langlebigkeitswert — bei 25 Grad Celsius und 0,5C Belastung gemessen. Turn Solar ist Premier Partner von FoxESS und hat über 2.000 PV-Projekte in NRW realisiert. Die Erfahrung daraus ist simpel: Wer erst den Aufstellort klärt und dann die Architektur wählt, zahlt weder für Schutzart noch für Kapazität, die er nicht braucht.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Kapazität hat ein FoxESS HV2600 Modul?
Ein Modul hat 2,56 kWh Nennenergie bei 51,2 V Nennspannung. Der Arbeitsbereich liegt zwischen 40 und 58,4 V. Erst in Serie gestapelt ergibt sich daraus das Hochvolt-System.
Wie viele HV2600 Module kann man stapeln?
Zwei bis acht Module in Serie hinter einer BMS-Box. Zwei Module ergeben 5,12 kWh (HS5.2), acht Module ergeben 20,48 kWh (HS20.8). Jedes weitere Modul addiert 2,56 kWh und 51,2 V.
Braucht der HV2600 eine BMS-Box?
Ja, jedes System braucht genau eine BMS-Box. Sie ist der Master und überwacht den gesamten Strang. Jedes Modul bringt zusätzlich ein eigenes Slave-BMS mit, das die Zellspannungen einzeln kontrolliert.
Kann man den HV2600 draußen aufstellen?
Nein. Die Schutzart ist IP21, die Kühlung läuft über natürliche Belüftung. Der HV2600 ist für die Innenaufstellung in Keller oder Hauswirtschaftsraum gedacht.
Ist der HV2600 mit der FoxESS EP5 oder EP6 kombinierbar?
Nein. Der HV2600 ist ein 51,2-V-Modul, das in Serie geschaltet wird. Die EP5 und EP6 sind 192-V-Module, die parallel geschaltet werden. Beide Architekturen haben unterschiedliche BMS und sind nicht mischbar.
Welcher Wechselrichter passt zum HV2600?
Die BMS-Box verbindet den Speicher über CAN beziehungsweise RS485 mit einem FoxESS-Hybrid-Wechselrichter der H-Serie. Der Wechselrichter übernimmt die Umwandlung zwischen Batterie-Gleichstrom und Haushaltswechselstrom.
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