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AIKO A470-MCE54Db: Datenblatt, Maße und Leistungstoleranz 2026

Turn Solar Team29. September 202617 Min. Lesezeit

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Für welches Gebäude planen Sie die Anlage?

Bestimmt Statik, Montageart und die passende Anlagengröße

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Die kurze Antwort vorweg: Das AIKO-A470-MCE54Db ist ein Doppelglas-Modul mit 470 Watt Peak aus der dritten ABC-Generation von AIKO, die der Hersteller als Neostar 3S+54 führt. Der Modulwirkungsgrad liegt bei 23,5 Prozent, die Leistungstoleranz bei 0 bis +3 Prozent, der Temperaturkoeffizient bei minus 0,26 Prozent pro Grad Celsius. Das Modul misst 1762 × 1134 × 30 Millimeter, wiegt 24,2 Kilogramm und trägt 25 Jahre Produkt- plus 30 Jahre Leistungsgarantie.

Wer nur eine Zahl mitnehmen will, sollte nicht der Wattwert sein. Denn 470 Watt gibt es bei AIKO in zwei Generationen, auf zwei unterschiedlich großen Modulen — und die ältere der beiden hat dabei den höheren Wirkungsgrad. Wer Angebote über den Wattwert vergleicht, vergleicht deshalb regelmäßig zwei verschiedene Produkte.

Der Name ist der halbe Datenblattwert

AIKO-A470-MCE54Db — vier Angaben in einer Zeile, und jede davon lässt sich auf dem Datenblatt wiederfinden:

  • A470 — die Leistungsklasse in Watt Peak. Die Baureihe selbst läuft von 460 bis 475 Watt in vier Stufen: 460, 465, 470 und 475 Watt.
  • MCE54 — die Baureihe mit 54 Zellen, die als 108 Halbzellen im Raster 6 × 18 angeordnet sind.
  • Db — die Doppelglas-Ausführung mit zwei Glaslagen von je 2,0 Millimetern. Die Glas-Folie-Variante derselben Baureihe läuft bei AIKO ohne das D.

Dahinter steckt ein Modul der dritten ABC-Generation. ABC steht für All Back Contact: Bei dieser Zelltechnik sitzen beide Kontaktebenen auf der Rückseite der Zelle. Es gibt keine Busbars auf der Vorderseite, die Zelle ist also vollflächig aktiv und optisch durchgehend schwarz. Das erklärt, warum Full-Black-Module in dieser Technik ohne den üblichen blauen Schimmer auskommen.

Wichtig für den Einkauf: Der Wattwert in der Bezeichnung ist keine Bauartangabe. Die Baureihe MCE54Db umfasst vier Leistungsklassen, und laut AIKO-Datenblatt sind Glas, Rahmen, Kabellänge, Anschlussdose, Zellzahl, Gewicht, Abmessungen und Verpackung über alle vier Klassen identisch. Nur die elektrischen Werte unterscheiden sich. Was die vier Modelle trennt, ist die Vermessung, nicht der Aufbau.

Das Datenblatt in Zahlen

Die folgende Tabelle gibt die Werte aus dem AIKO-Datenblatt wieder. STC steht für die Standard-Testbedingung mit 1000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung, 25 Grad Zelltemperatur und AM1,5-Spektrum, NOCT für den Normalbetrieb mit 800 Watt pro Quadratmeter, 20 Grad Lufttemperatur und einem Meter pro Sekunde Wind.

KennwertSTCNOCT
Nennleistung Pmax470 W356 W
Leerlaufspannung Voc40,70 V38,61 V
Spannung im MPP Vmp34,30 V32,54 V
Kurzschlussstrom Isc14,72 A11,89 A
Strom im MPP Imp13,71 A10,96 A
Modulwirkungsgrad23,5 %—

Der Sprung zwischen den beiden Spalten fällt größer aus, als viele erwarten: Aus 470 Watt werden unter NOCT-Bedingungen 356 Watt, also 75,7 Prozent. Das ist keine Eigenschaft dieses konkreten Moduls, sondern der Abstand zwischen zwei genormten Messpunkten — und der Grund, warum ein Datenblattwert nie die Leistung beschreibt, die an einem Julimittag am Wechselrichter ankommt.

Der Wirkungsgrad lässt sich nachrechnen und bestätigt das Datenblatt: 470 Watt geteilt durch die Modulfläche von 1,998 Quadratmetern (1762 × 1134 Millimeter) ergeben 235 Watt pro Quadratmeter, also 23,5 Prozent. Bei der 460-Watt-Variante derselben Baureihe kommen 23,0 Prozent heraus, bei der 475-Watt-Variante 23,8 Prozent. Die Werte sind konsistent, und das ist nicht selbstverständlich — bei vielen Datenblättern im Markt stimmt die angegebene Effizienz nicht mit Leistung und Fläche überein.

Leistungstoleranz 0 bis +3 Prozent: was das im Einkauf bedeutet

Die Leistungstoleranz ist die Angabe, die am häufigsten überlesen wird — und die im Streitfall den Unterschied macht.

0 bis +3 Prozent heißt konkret: Das Modul liefert unter Standard-Testbedingungen nie weniger als 470 Watt. Nach oben ist bis 484 Watt möglich (470 × 1,03). Es gibt keine Minustoleranz, und das ist die relevante Aussage. Der Hersteller sortiert die Zellen nach der Messung in Leistungsklassen und verkauft kein Modul unterhalb des aufgedruckten Werts.

Historisch war das anders. In der PERC-Ära waren Toleranzen von „0 bis +5 Watt" oder auch „±3 Prozent" üblich — dort konnte ein als 400 Watt verkauftes Modul tatsächlich 388 Watt liefern. Für die Anlagenplanung hieß das: Wer knapp kalkulierte, kalkulierte zu optimistisch. Modulhersteller sind damit inzwischen die einzigen Lieferanten im Baugewerbe, die grundsätzlich nie zu wenig liefern.

Praktisch spielt die Plus-Sortierung heute eine kleinere Rolle als früher, weil die Klassen enger liegen. Für die Auslegung zählt sie trotzdem: Wer die Stringlänge und damit die Spannung berechnet, rechnet mit dem garantierten Wert, nicht mit dem möglichen. Wer die Wirtschaftlichkeit rechnet, darf die möglichen 14 Watt oberhalb der Nennleistung getrost ignorieren.

Temperaturkoeffizient: minus 0,26 Prozent pro Grad

Der Temperaturkoeffizient beschreibt, wie stark die Leistung mit steigender Zelltemperatur fällt. AIKO gibt für das A470-MCE54Db drei Werte an:

  • Leistung Pmax: minus 0,26 Prozent pro Grad Celsius
  • Leerlaufspannung Voc: minus 0,22 Prozent pro Grad Celsius
  • Kurzschlussstrom Isc: plus 0,05 Prozent pro Grad Celsius

Ein Rechenbeispiel macht daraus eine belastbare Zahl. Eine Zelle, die bei 1000 Watt Einstrahlung auf 65 Grad Celsius kommt, liegt 40 Grad über der Standard-Testbedingung. Bei minus 0,26 Prozent pro Grad sind das 10,4 Prozent weniger Leistung: Aus 470 Watt werden rechnerisch rund 421 Watt. Wohlgemerkt auf dem Dach, nicht am Netzanschluss — Wechselrichter und Leitungsverluste kommen danach noch dazu.

Der Wert ist im Branchenvergleich gut, aber nicht herausragend. Eine Technologieübersicht von 42watt vom 5. August 2026 nennt als typische Mediane: HJT minus 0,24 bis minus 0,26 Prozent pro Grad, Back-Contact-Technologien wie ABC rund minus 0,26 Prozent, TOPCon minus 0,26 bis minus 0,32 Prozent und PERC minus 0,34 bis minus 0,36 Prozent. Gegenüber einem Modul mit minus 0,34 Prozent pro Grad liegt der Unterschied im Beispiel bei 15 Watt pro Modul. Gegenüber einem guten TOPCon-Modul mit minus 0,29 Prozent sind es 6 Watt.

Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Zahl. Erstens ist der Koeffizient ein Steigungsmaß, kein Temperaturmaß: Er sagt nichts darüber, wie warm eine Zelle überhaupt wird. Das hängt an der Bauweise, an der Hinterlüftung und an der Montageart. Zweitens lassen sich Zelltemperaturen nicht sauber über den Koeffizienten vergleichen, wenn die Module unterschiedlich aufgebaut sind. Wer den Jahresertrag vergleichen will, kommt um eine Simulation der konkreten Anlage nicht herum.

Für die Kaltseite des Koeffizienten ist der Wert dagegen sehr konkret. Die Leerlaufspannung steigt bei Kälte, weil Voc mit minus 0,22 Prozent pro Grad in die entgegengesetzte Richtung läuft wie die Leistung: Bei einer Zelltemperatur von minus 10 Grad liegt der Voc-Wert bei rund 43,8 Volt statt 40,70 Volt. Das ist der Wert, der die maximale Stringlänge begrenzt — die Rechnung dazu steht im Beitrag zur Stringauslegung beim FoxESS H3.

Maße, Gewicht und was eine Palette wiegt

Das A470-MCE54Db misst 1762 × 1134 × 30 Millimeter bei einer Fläche von 1,998 Quadratmetern. Gewicht: 24,2 Kilogramm bei plus/minus drei Prozent Toleranz, also 23,5 bis 24,9 Kilogramm pro Modul.

Die Doppelglas-Bauweise ist der Grund für das Gewicht. Der Aufbau aus zwei Glaslagen von je 2,0 Millimetern schützt die Zellen besser gegen Mikrorisse und Feuchtigkeit als ein Glas-Folie-Modul, kostet aber rund drei Kilogramm pro Modul gegenüber der leichteren Variante derselben Generation. Auf einem Dach aus den 1990ern kann das der Punkt sein, an dem eine Statikprüfung nicht mehr optional ist.

Zwei Maße sind für die Planung wichtiger als der Rest. Die Rahmenhöhe von 30 Millimetern passt zu den gängigen Modulklemmen — aber der zulässige Klemmbereich, also der Abstand der Klemmen von der Modulecke, ist bei jedem Hersteller anders und bei Nichtbeachtung ein Garantieproblem. Und der Rahmen misst 5 Millimeter mehr Länge als bei den Modulen der zweiten AIKO-Generation mit 1757 Millimetern. Klingt nach nichts, entscheidet aber auf kurzen Dachflächen darüber, ob eine Reihe noch aufgeht.

Die Werte für die Lasten: 5400 Pascal auf der Vorderseite, 2400 Pascal auf der Rückseite. Bei der Hagelprüfung hält das Modul Hagel mit 35 Millimetern Durchmesser bei 23 Metern pro Sekunde aus, die Brandklasse nach IEC ist A.

Weitere Daten kompakt:

  • Zellen: N-Typ ABC, 108 Halbzellen (6 × 18)
  • Anschlussdose: IP68, drei Bypass-Dioden
  • Kabel: 4 mm² (IEC) beziehungsweise 12 AWG (UL), plus/minus 1200 Millimeter
  • Stecker: MC4-EVO2A
  • Maximale Systemspannung: DC 1500 Volt, maximale Stringsicherung 30 Ampere
  • Schutzklasse: II
  • Betriebstemperatur: minus 40 bis plus 70 Grad Celsius
  • Verpackung: 37 Module pro Palette

Diese 37 Module sind die Zahl, an der die Logistik hängt: 37 × 470 Watt ergeben 17,39 Kilowatt Peak pro Palette, bei 895 Kilogramm Gewicht (37 × 24,2 Kilogramm) und 73,9 Quadratmetern Modulfläche. Wer eine Palette bestellt, braucht einen Platz, an dem 900 Kilogramm auf einer Fläche von knapp 74 Quadratmetern stehen können — in der Regel also einen Termin mit Kran oder Hebebühne, nicht die Garage des Nachbarn.

Was das Modul 2026 kostet

Der deutsche Handel listete das A470-MCE54Db im September 2026 zu folgenden Preisen:

BezugsformPreispro Watt Peak
Günstigstes Einzelmodul89,90 €0,19 €
Üblicher Einzelpreis93 bis 99 €0,20 bis 0,21 €
Listenpreis im Fachhandel117,80 €0,25 €
Palette mit 37 Modulen3.215 bis 4.158 €0,18 bis 0,24 €

Für private Aufdachanlagen fällt nach § 12 Absatz 3 UStG keine Umsatzsteuer auf die Modullieferung an; die genannten Preise verstehen sich also brutto wie netto. Gewerbliche Käufer zahlen 19 Prozent. Versandkosten kommen je nach Händler hinzu und verschieben den Preis pro Watt bei Einzelmodulen deutlich stärker als bei Paletten.

Diese Endkundenpreise liegen erwartbar über dem Großhandelsniveau. Das Preisbarometer von pv magazine zeigte für Februar 2026, dass fast alle Modulpreise nochmals um etwa 1 bis 1,5 Eurocent pro Watt Peak gestiegen sind — die Typen für kleinere Dachanlagen verteuerten sich stärker als Projektmodule. Der Anstieg seit dem Tiefpunkt im Dezember 2025 beträgt damit 15 bis 18 Prozent, und beinahe alle Preispunkte liegen wieder über dem Niveau von Januar 2025. Nach Jahren des Preisverfalls hat sich die Richtung gedreht.

Bei der Verfügbarkeit gehen die Angaben im Handel weit auseinander. Einzelne Händler meldeten im September 2026 Lagerbestand mit ein bis vier Werktagen Lieferzeit, andere führten das Modul als nicht verfügbar oder nannten Vorbestellzeiten von drei bis sieben Wochen. Für die Projektplanung ist die konkrete Modellnummer deshalb doppelt relevant: Sie steht auf dem Datenblatt, und sie bestimmt, ob das vereinbarte Modul zum Montagetermin überhaupt lieferbar ist.

Generation drei im Jahr 2026: was danach kommt

Das A470-MCE54Db ist nicht das Ende der Entwicklung, sondern die aktuelle Mitte. Wer die Einordnung kennt, kann den Preis besser beurteilen.

Was davor kam. Die zweite ABC-Generation läuft bis 470 Watt — und dieses 470-Watt-Modul der zweiten Generation erreicht 23,6 Prozent Wirkungsgrad, weil es mit 1757 Millimetern fünf Millimeter kürzer ist und die 470 Watt auf weniger Fläche bringt. Dasselbe Wattzahl, ein höherer Wirkungsgrad, eine ältere Generation: Genau daran sieht man, wie wenig der Wattwert über die Modernität eines Moduls aussagt.

Was danach kommt. Auf der Intersolar Europe 2026 hat AIKO die vierte ABC-Generation vorgestellt. Das Flaggschiff erreicht im Großformat bis zu 690 Watt bei 25,6 Prozent Modulwirkungsgrad, auf Zellebene nennt der Hersteller 27,4 Prozent in der Serienfertigung. Die Auslieferung ist für das dritte Quartal 2026 angekündigt, einzelne Datenblattwerte können sich bis dahin noch ändern (Stand der Angaben: Juni 2026). Für ein Einfamilienhaus ist diese Generation selten die passende Größe — 690 Watt bedeuten über 2,7 Quadratmeter pro Modul, was die Belegung auf vielen Dächern eher erschwert.

Wo die Technologie gerade steht. Im April 2026 wies das TaiyangNews-Ranking marktverfügbarer Module erstmals 25 Prozent Modulwirkungsgrad in der Massenfertigung aus, geführt von Back-Contact-Modulen. Eine Detailbeobachtung aus derselben Zeit: Auf 20 Quadratmetern Dachfläche ergeben 22,6 Prozent Wirkungsgrad rund 4,5 Kilowatt Peak, bei 25 Prozent sind es rund 5,0 — etwa 10 Prozent mehr Leistung auf derselben Fläche. Das ist die eigentliche Argumentation für eine Hochleistungszelle, und sie greift nur dort, wo die Fläche wirklich der Engpass ist.

Bei der Wahl der Modulklasse entscheidet am Ende nicht der Wattwert im Datenblatt, sondern die Belegungsplanung. Wenn man wissen will, welche (Dach)Ausrichtung dabei welche Rolle spielt, lohnt der Blick in den Beitrag zur Dachausrichtung, und für den Ertrag pro Kilowatt Peak in den Vergleich der Erträge.

Garantie, Degradation und ein Patentstreit, der 2026 endete

AIKO gibt auf das A470-MCE54Db 25 Jahre Produktgarantie und 30 Jahre lineare Leistungsgarantie. Die zugesagten Werte:

  • Höchstens 1 Prozent Degradation im ersten Jahr
  • Höchstens 0,35 Prozent pro Jahr in den Jahren zwei bis dreißig
  • Damit mindestens 88,85 Prozent der Nennleistung nach 30 Jahren, rund 90,6 Prozent nach 25 Jahren

Laut Datenblatt ist auf Anfrage eine Versicherung über Munich Re erhältlich. Das ist ein Detail mit Gewicht: Eine 30-Jahres-Zusage ist immer nur so gut wie das Unternehmen, das sie gibt. Wer eine Anlage über drei Jahrzehnte finanziert, sollte sich mit der Frage beschäftigen, wie die Garantie abgesichert ist — nicht erst, wenn ein Wechselrichter ausfällt.

Ein Punkt, der in der Diskussion um Back-Contact-Module lange für Unsicherheit sorgte, ist im Februar 2026 weggefallen. Maxeon und AIKO haben am 6. Februar 2026 eine globale Patentlizenzvereinbarung zu Back-Contact-Patenten bekannt gegeben. AIKO erhält damit eine Lizenz auf Maxeons BC-Patente außerhalb der Vereinigten Staaten, einschließlich der Patente, die Maxeon in den folgenden fünf Jahren hinzufügt. Alle laufenden und potenziellen Verletzungsklagen wurden zurückgezogen, ebenso die Nichtigkeitsverfahren gegen die Maxeon-Patente. Über die finanziellen Konditionen haben beide Seiten keine Angaben gemacht. Für Käufer in Europa heißt das: Das Risiko, dass ein Gericht den Weiterverkauf oder Betrieb eines BC-Moduls in Deutschland untersagt, ist damit vom Tisch. Vorher war es das nicht — die Verfahren liefen unter anderem beim Unified Patent Court in Düsseldorf, wo kurz vor der Einigung ein Urteil für den 11. Februar 2026 angesetzt war.

Erfahrungen aus der Praxis: wo das Modul stark ist, wo nicht

Vor einigen Monaten kam eine Familie aus Bochum mit zwei Angeboten auf uns zu, die sich auf den ersten Blick nur in einer Zahl unterschieden: einmal 460 Watt pro Modul, einmal 470 Watt. Bei 24 Modulen auf dem Dach waren das nach Datenblatt 240 Watt Unterschied. Auf dem Dach relativierte sich die Zahl schnell — bei sommerlicher Zelltemperatur bleiben von den 240 Watt noch etwa 215 übrig. Entscheidend war am Ende ein anderes Detail: Die 5 Millimeter mehr Rahmenlänge der dritten Generation änderten die Belegung der obersten Reihe, und ein Modul passte dort nicht mehr. Unterm Strich standen 24 mal 460 Watt gegen 23 mal 470 Watt — die Anlage mit der kleineren Leistungsklasse lag bei 11,04 statt 10,81 Kilowatt Peak, ein Vorsprung von 230 Watt, weil schlicht ein Modul mehr aufs Dach ging.

Die Lehre aus diesem Fall gilt über das konkrete Modul hinaus: Die Leistungsklasse ist die letzte Frage, nicht die erste. Zuerst kommt die Belegung, danach der Wechselrichter, und erst dann die Entscheidung zwischen 460 und 475 Watt.

Wann das A470-MCE54Db die richtige Wahl ist:

  • Bei knapper Dachfläche — Gauben, Schornsteine, verwinkelte Reihenhausdächer, kleine Süddächer. Bei 23,5 Prozent Wirkungsgrad entscheidet jedes zusätzliche Modul über die Anlagengröße.
  • Bei sichtbarer Dachfläche und dem Wunsch nach gleichmäßigem Schwarz. Die Full-Black-Ausführung ohne Busbars ist der Hauptgrund, warum viele Kunden diese Baureihe überhaupt anfragen.
  • Bei Teilverschattung. Die rückseitigen Kontakte reduzieren die Verschattungsverluste; wie stark das im Einzelfall ausfällt, hängt an der konkreten Verschattungssituation — dafür gibt es den Beitrag zum Thema Verschattung und Optimierer.

Wann ein anderes Modul die bessere Wahl ist:

  • Wenn das Dach die Doppelglas-Bauweise nicht trägt. 24,2 Kilogramm pro Modul sind kein Problem für ein modernes Dach, aber ein Punkt für die Prüfung bei älteren Konstruktionen.
  • Wenn Fläche reichlich vorhanden ist. Dann entscheidet der Preis pro Watt Peak, und ein Standardmodul mit 21 bis 22 Prozent Wirkungsgrad ist pro Kilowatt Peak günstiger.
  • Wenn es auf Lieferzeit ankommt. Die Verfügbarkeit dieser Baureihe schwankt stark zwischen den Händlern, teils mit mehreren Wochen Vorlauf.

Zur Preisseite gehört eine ehrliche Einordnung: Back-Contact-Module liegen preislich über vergleichbaren TOPCon-Modulen, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Der Aufpreis ist dann gerechtfertigt, wenn er sich in zusätzlicher Leistung auf einer begrenzten Fläche niederschlägt — nicht, wenn er für ein paar Watt auf einem großen Dach bezahlt wird.

Häufige Fragen zum AIKO A470-MCE54Db

Was bedeutet die Bezeichnung AIKO-A470-MCE54Db?

Der Name setzt sich aus drei Teilen zusammen: 470 steht für die Leistungsklasse in Watt Peak, MCE54Db für die Baureihe mit 54 Zellen in Doppelglas-Bauweise. Dahinter steckt das Modul, das AIKO als Neostar 3S+54 führt — die dritte ABC-Generation mit 108 Halbzellen in der Anordnung 6 × 18 auf 1,998 Quadratmetern Fläche. Wer Angebote vergleicht, sollte immer die vollständige Modellnummer prüfen: Unter demselben Wattwert stecken bei AIKO mehrere Generationen.

Welche Maße und welches Gewicht hat das AIKO A470-MCE54Db?

1762 × 1134 × 30 Millimeter, Gewicht 24,2 Kilogramm bei drei Prozent Toleranz, also 23,5 bis 24,9 Kilogramm. Die Rahmenhöhe von 30 Millimetern passt zu den gängigen Modulklemmen. Mit 1762 Millimetern ist das Modul fünf Millimeter länger als die Module der zweiten Generation, die auf 1757 Millimeter kommen; die Fläche liegt bei 1,998 Quadratmetern.

Was bedeutet die Leistungstoleranz 0 bis +3 Prozent?

Das Modul liefert unter Standard-Testbedingungen nie weniger als 470 Watt, kann aber bis zu 484 Watt erreichen. AIKO sortiert nach oben aus und verkauft kein Modul unterhalb des aufgedruckten Werts. In der PERC-Ära waren Toleranzen von ±3 Prozent üblich — die Plus-Sortierung ist heute Marktstandard, aber nicht bei jedem Hersteller identisch umgesetzt.

Wie wirkt sich der Temperaturkoeffizient von minus 0,26 Prozent pro Grad aus?

Liegt die Zelltemperatur 40 Grad über den 25 Grad der Standard-Testbedingung, sinkt die Leistung um 10,4 Prozent. Aus 470 Watt werden dann rechnerisch rund 421 Watt. Ein Modul mit minus 0,34 Prozent pro Grad verliert unter denselben Bedingungen etwa 15 Watt mehr. Der Koeffizient allein entscheidet aber nicht über den Jahresertrag, weil sich die Zelltemperatur je nach Bauweise und Hinterlüftung selbst unterscheidet.

Wie viele Jahre Garantie gibt AIKO auf das A470-MCE54Db?

25 Jahre Produktgarantie und 30 Jahre lineare Leistungsgarantie. Die Degradation liegt im ersten Jahr bei höchstens 1 Prozent und in den Jahren zwei bis dreißig bei höchstens 0,35 Prozent pro Jahr. Nach 30 Jahren garantiert der Hersteller mindestens 88,85 Prozent der Nennleistung, nach 25 Jahren rund 90,6 Prozent. Eine optionale Munich-Re-Absicherung ist laut Datenblatt auf Anfrage erhältlich.

Was kostet das AIKO A470-MCE54Db 2026?

Im September 2026 lag der günstigste Einzelpreis im deutschen Handel bei 89,90 Euro, typisch waren 93 bis 99 Euro, Listenpreise bis 117,80 Euro — rund 0,19 bis 0,21 Euro pro Watt Peak. Eine Palette mit 37 Modulen (17,39 Kilowatt Peak) kostete 3.215 bis 4.158 Euro. Für private Aufdachanlagen fällt nach § 12 Absatz 3 UStG keine Umsatzsteuer an. Die Lieferzeiten reichten von einem Werktag bis zu sieben Wochen.

Lohnt sich das Modul im Vergleich zu TOPCon?

Dort, wo die Dachfläche knapp ist: ja. Bei 23,5 Prozent Wirkungsgrad bringt jedes Modul mehr Leistung pro Quadratmeter als die meisten Module mit 21 bis 22 Prozent. Auf einem großen, unverschatteten Dach ist der Aufpreis schwerer zu rechtfertigen, weil dort der Preis pro Watt entscheidet. Dazu kommt das höhere Gewicht der Doppelglas-Bauweise, das bei älteren Dachkonstruktionen geprüft werden muss.

Was am Ende zählt

Das AIKO-A470-MCE54Db ist ein Modul der dritten ABC-Generation mit 470 Watt Peak, 23,5 Prozent Wirkungsgrad, 24,2 Kilogramm Gewicht und einer Leistungstoleranz, die nach unten bei null liegt. Der Temperaturkoeffizient von minus 0,26 Prozent pro Grad ist gut, aber längst nicht mehr alleinstehend. Was es von Standardmodulen unterscheidet, ist die Leistungsdichte pro Quadratmeter — und die zahlt sich nur auf Dächern aus, auf denen die Fläche der Engpass ist.

Wer heute ein Angebot mit dieser Modellnummer prüft, sollte drei Dinge vergleichen: die vollständige Modellbezeichnung statt des Wattwerts, die Belegungsplanung statt der Datenblattleistung und die Lieferzeit statt des Listenpreises. Genau in dieser Reihenfolge entstehen die Unterschiede, die am Ende auf dem Dach sichtbar werden.

AIKO gehört zu den Modulmarken, mit denen wir bei Turn Solar planen. Über 2.000 PV-Projekte in NRW haben wir seit 2020 geplant und koordiniert. Welche Modulklasse auf ein Dach gehört, entscheidet nicht der Wattwert im Datenblatt, sondern die Belegungsplanung: Wie viele Module passen auf welche Fläche, und welche Leistungsklasse bringt dort den höchsten Ertrag. Dafür gibt es die Foto-Dokumentation aus acht definierten Perspektiven und die Auswertung durch unser zentrales Team.

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